War heute wieder bei der Caritas beim Familienpsychologen. In dem kleinen Häuschen eingequetscht zwischen prunkvollen Villen bekommt man kaum Luft.
Seit meine ehemalige Therapeutin in Schwangerschaftsurlaub gegangen ist, war ich nicht mehr hier. Die "Neue" ist eine faltige Frau in Kostümchen und rot geschminkten Lippen. Wie soll die mir denn helfen? Ihre Verachtung sprüht mir aus ihren Augen entgegen. Deshalb traue ich mich ja auch nicht, etwas zu sagen, obwohl mir doch so viel auf dem Herzen liegt.
Sie schlägt vor, das alte "darauf Freue ich mich; davor hab ich Angst"-Spiel zu spielen aber ich sage nichts. Starre sie nur ungläubig an, ob das wohl ihr Ernst ist.
Darauf freue ich mich:
- Nächste Woche ist Klassenfahrt nach Hamburg. Ich wollte schon immer mal nach Hamburg.
- Wenn ich bald 18 werde und ausziehen kann
- Wenn ich mir ein Skalpell kaufen kann, dessen Schnitte man nicht so auffällig sieht
Davor habe ich Angst:
- Das meine Mutter wirklich Alkoholabhängig wird
- Das meine Schwester vor mir auszieht (auch wenn ich sie im Moment nicht leiden kann) und mich mit unserer Mutter alleine lässt
- Das man mich wegen meinen Narben auslacht
Die Worte zu schreiben ist wirklich nicht schwer. Sie liegen mir praktisch immer auf der Zunge aber raus kommen wollen sie nicht. Vor allem bei der blöden Kuh da!
Also meine Lieben, wie gesagt bin ich nächste Woche in Hamburg und hab dann keine Möglichkeit zu Bloggen. Dafür gibt es dann aber am Freitag eine ausführliche Erklärung und natürlich Bilder.
xoxo
Ella
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen